top of page

Banküberfall

  • 8. Aug. 2017
  • 1 Min. Lesezeit

Für uns Europäer, die Straßenverkehrsregeln gewohnt sind, ist Kampala der Horror. Von links und rechts, vorne und von hinter rasen Boda-Bodas, Autos und Minibusse an einem vorbei. Gehwege gibt es selten und wo sie vorhanden sind, drängen sich Fußgänger, Straßenverkäufer und Schlaglöcher dicht an dicht. Bei Nacht war ich nur selten in Kampala, aber dann ist die Stadt nochmal ein Quäntchen aufregender. Während für mich das dichte Gedränge und eine scheinbar nicht vorhandene Stadtstruktur am schlimmsten sind (ich weiß in Kampala nie, wo ich mich gerade befinde), finden meine Kinder am schlimmsten hier noch öfter angesprochen zu werden als in Kawempe, wo das Kinderheim liegt. Tatsächlich ist man hier als Weißer ein absoluter Exot und ein weißes Kind haben wahrscheinlich viele Menschen tatsächlich noch nie gesehen – zum Leidwesen von Anton, dessen blonder Schopf immer wieder freundschaftlich durchgewuschelt wird.

Heute mussten wir nach Kampala, um Geld abzuheben. Ich muss Regenrinnen kaufen und die Arbeiter bezahlen. Zwei Millionen Schilling habe ich abgehoben, das sind nicht einmal 500 Euro und dafür zwei dicke Packen Scheine in die Hand gedrückt bekommen. Meine Kinder fanden das riesig und spielten auf der Rückbank im Auto für die nächste Viertelstunde Banküberfall. So reich gefühlt haben sie sich wohl noch nie.


 
 
 

Kommentare


You Might Also Like:
bottom of page